Newsletter    Facebook    Twitter    Google+    Presse    Partner    Karriere    Suchen    Sitemap    Kontakt    Impressum  
   Krisennavigator 
®
15. Jahrgang (2012) - Ausgabe 5 (Mai) - ISSN 1619-2389
Ein "Spin-Off" der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Krisennavigator
Mit freundlicher Unterstützung
der Deutschen Gesellschaft für
Krisenmanagement (DGfKM) e.V.

und der Partnerunternehmen:

| Mehr |

| Mehr |

| Mehr |

| Mehr |
 
 

Wirtschaftskriminalität 1999:
Ergebnisse der dritten KPMG-Umfrage

von Dieter John

Problemstellung

Straftaten, die sich unter Ausnutzung der Komplexität des Wirtschaftslebens oder unter Mißbrauch des dort herrschenden Vertrauensprinzips ereignen, zählen mit zu den größten Geschäftsrisiken. Die dadurch verursachte Vermögensauszehrung bedroht Unternehmen jeder Größenordnung. Die Schäden haben mittlerweile enorme Ausmaße angenommen.

Der Gesetzgeber hat deshalb reagiert und das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) verabschiedet. Das Regelwerk verpflichtet unter anderem den Vorstand einer Aktiengesellschaft, "geeignete Maßnahmen" zu treffen, insbesondere ein Überwachungssystem einzurichten, damit den Fortbestand der Gesellschaft gefährende Entwicklungen früh erkannt werden" (§ 91 Absatz 2 Aktiengesetz). Dabei ist die Ausstrahlungswirkung dieser gesetzlichen Regelung auf andere Gesellschaftsformen unter Experten unumstritten.

Ablauf der Umfrage

Um die Tendenzen in der Wirtschaft weiter verfolgen zu können, hat KPMG - aufbauend auf den Studien der Jahre 1995 und 1997 - bereits zum dritten Mal eine Umfrage zum Thema Wirtschaftskriminalität durchgeführt. Dabei wurden im August 1999 die 1.000 größten deutschen Unternehmen befragt. Sie wurden anhand der Kriterien Branche und Umsatz / Bilanzsumme gewichtet und ausgewählt.

Gefragt wurde nach:

  • Einschätzung und Sensibilisierung in Bezug auf Wirtschaftskriminalität,
  • Erfahrungen mit Wirtschaftskriminalität,
  • Maßnahmen zur Prävention im Hinblick auf Wirtschaftskriminalität.

Die Unternehmen erhielten standardisierte Fragebögen. Die Rücklaufquote betrug 25 Prozent.

Zusammenfassung der Ergebnisse

Das Thema Wirtschaftskriminalität erfährt bei den befragten Unternehmen nach wie vor große Aufmerksamkeit. Für die Zwecke dieser Untersuchung wurden unter dem Begriff Wirtschaftskriminalität Straftaten zusammengefaßt, die sich unter dem Deckmantel der Komplexität des Wirtschaftslebens oder unter Mißbrauch des dort herrschenden Vertrauensprinzips ereignen. In den KPMG-Umfragen 1997 und 1999 gaben jeweils 69 Prozent der Unternehmen an, daß wirtschaftskriminelle Handlungen für sie ein Problem darstellen. Die Einschätzung der eigenen Kenntnisse möglicher wirtschaftskrimineller Handlungsmuster hat sich aber nicht verbessert. Während vor zwei Jahren noch 37 Prozent der Befragten angaben, über gute bis sehr gute Kenntnisse in diesem Themengebiet zu verfügen, waren 1999 nur 28 Prozent der Befragten dieser Meinung.

Die wichtigsten Ergebnisse der dritten KPMG-Umfrage zur Wirtschaftskriminalität fassen wir wie folgt zusammen:

  • 61 Prozent der befragten Unternehmen wurden nach eigenen Angaben in den letzten fünf Jahren Opfer wirtschaftskrimineller Handlungen. Die Spannweite der erlittenen Schäden in den Unternehmen reicht dabei - soweit einzeln angegeben - von 10.000 bis 500 Millionen Mark.
  • Während für mehr als zwei Drittel der Befragten wirtschaftskriminelle Handlungen generell ein ernsthaftes Problem darstellen, schätzen nur 28 Prozent ihre Kenntnisse möglicher Handlungsmuster als gut oder besser ein. Im Jahr 1997 schätzten noch 37 Prozent der Befragten ihre Kenntnisse möglicher Handlungsmuster als gut oder besser ein.
  • 99 Prozent der befragten Unternehmen erwarten, daß das Ausmaß wirtschaftskrimineller Handlungen in nächster Zeit nicht sinken wird. 88 Prozent gehen sogar von einer Steigerung aus.
  • Wirtschaftskriminalität zeigt sich häufig durch kollusives Verhalten von unternehmensinternen und -externen Personen. Kollusion bezeichnet dabei eine unerlaubte Verabredung. In 29 Prozent der betroffenen Unternehmen waren auch Manager an einer Straftat beteiligt. Übrige Mitarbeiter waren in 64 Prozent der geschädigten Unternehmen beteiligt, Kunden in 54 Prozent sowie Lieferanten in 20 Prozent.
  • Begünstigt wurden die begangenen wirtschaftskriminellen Handlungen nach Angaben der betroffenen Unternehmen hauptsächlich durch: unzureichende interne Kontroll- und Steuerungssysteme, Schwächen in der Organisation und Besonderheiten der Branche, des Unternehmens oder der Abteilung.
  • Die wirtschaftskriminellen Handlungen wurden mit 37 Prozent der Nennungen überwiegend intern aufgedeckt, mit 22 Prozent der Nennungen durch Information von Kunden und Lieferanten und mit 16 Prozent der Nennungen durch Zufall. Die Aufdeckung durch Zufall betrug 1997 nur 10 Prozent.

Konsequenzen für die Unternehmen

Welche Konsequenzen haben die befragten Unternehmen für sich gezogen? Überwiegend wurden mehrere präventive Maßnahmen ergriffen:

  • 88 Prozent der befragten Unternehmen arbeiten an der Verbesserung ihrer internen Kontrollsysteme.
  • 64 Prozent sensibilisieren ihre Führungskräfte.
  • 36 Prozent erarbeiten Leitlinien zur Unternehmensethik und zum Wertemanagement.
  • 29 Prozent führen Mitarbeiterschulungen zur Verhinderung bzw. Aufdeckung von dolosen Handlungen durch. Der rechtswissenschaftliche Begriff "dolos" bezeichnet vorsätzliches Vorgehen bei Straftaten.

Quelle

Die Langfassung dieser Studie steht unter dem Titel "Integrity Services: Umfrage zur Wirtschaftskriminalität" im Internet-Angebot von KPMG zum kostenlosen Download bereit

Autor

Dieter John
KPMG Forensic
Barbarossaplatz 1a
D-50674 Köln
Telefon: +49 (0)221 20 73 - 15 75
Telefax: +49 (0)221 20 73 - 4 11
Internet: www.kpmg.de
E-Mail: de-forensic(at)kpmg.com

Erstveröffentlichung im Krisennavigator (ISSN 1619-2389):
4. Jahrgang (2001), Ausgabe 5 (Mai)


Seitenanfang | Zurück | Drucken Drucken | Kontakt | Sitemap | Impressum

Vervielfältigung und Verbreitung - auch auszugsweise - nur mit ausdrücklicher
schriftlicher Genehmigung des Krisennavigator - Institut für Krisenforschung, Kiel.
© Frank Roselieb 1998-2012. Alle Rechte vorbehalten.
Internet:
www.krisennavigator.de | E-Mail: roselieb(at)krisennavigator.de

 
   

Aktueller Kongress

Österreichischer
Krisenkommunikationsgipfel

Donau-Universität Krems
20. Juni 2012

Aktuelle
Stellenangebote

Projektassistent (m/w)
Krisenkommunikation,
Krisenmanagement und
Krisentraining in Kiel

Berater (m/w)
Restructuring &
Finance in München
und Hamburg 

Spezialist (m/w)
Business Continuity
Management / MAN SE
in München

Rechtsanwalt (m/w)
Restrukturierung
Gesellschaftsrecht
in Frankfurt am Main

Aktuelle Lehrgänge

Zertifikatslehrgang
Krisenkommunikations-
manager/in (DGfKM)

04. bis 06. Juni 2012
in Köln

Zertifikatslehrgang
Restrukturierungs-
manager/in (DGfKM)

11. bis 13. Juni 2012
in Düsseldorf
27. bis 29. August 2012
in Berlin

  

Zertifikatslehrgang
Katastrophen-
manager/in (DGfKM)

Termine auf Anfrage (nur
öffentliche Einrichtungen)

Mobile Dienste

Bitte geben Sie direkt
www.krisenjournal.de bzw.
restrukturierungsjournal.de
in Ihr Smartphone ein.

Aktuelle Magazine

Direkt zu den
Fallstudien, Fachbeiträgen,
Buchtipps, Links etc.

Krisenmanagement
Krisendiagnose
Krisenkommunikation
Issues Management
Risikomanagement
Sicherheitsmanagement
Katastrophenmanagement

Ihren Beitrag
ergänzen? Kontakt

Aktueller Buchtipp 

Suchen Sie weitere
aktuelle Publikationen?
Institutsbibliothek

Soziale Netzwerke

Folgen Sie uns auf ...


www.facebook.com/
krisennavigator


www.twitter.com/
krisennavigator


https://plus.google.com/
101280635759197424200

Interviews
(Auswahl)

Krisenkommunikation
bei Katastrophen

(SWP)

Psychologie der
Krisenbwältigung

(ARD)

Repuations-
management von BP

(dapd)

Status des
Katastrophen-
managements

(Handelsblatt)

Krisenkommunikation
bei Stuttgart 21

(Blog)

Reputations-
management von BP

(detektor.fm)

Krisenkommunikation
von BP im Web 2.0

(Adzine)

Krisenkommunikation
des Bundespräsidenten

(Blog)

Krisenmanagement
bei Opel

(Tagesschau)

Krisenkommunikation
der Bahn

(W & S)

Krisenkommunikation
bei Restrukturierungen

(Focus)

Reputationsmanagement
von SAP

(Computerwoche)

Krisenkommunikation
der Bahn

(Tagesthemen)

Krisenkommunikation
der Bundesagentur
für Arbeit

(Spiegel)

Krisenmanagement der
Bundesregierung

(Tagesthemen)

Risikomanagement
in Unternehmen

(Fluter)

Krisenkommunikation
in Kriegszeiten

(Spiegel)

Stellungnahmen
(Auswahl)

Krisenkommunikation
der Ergo-Versicherung

(Welt)

Krisenmanagement
von Sony

(Stern)

Internationales
Krisenmanagement

(Wiener Zeitung)

Status des Auslands-
krisenmanagement

(FTD)

Katastrophen-
kommunikation in Japan

(HAZ)

Krisenkommunikation
bei AKW-Unfällen

(Bild)

Status des
Katastrophen-
managements

(n-tv)

Krisenkommunikation
bei Stuttgart 21

(Handelsblatt)

Krisenkommunikation
von Google

(W & V)

Krisenkommunikation
von BP

(Standard)

Status der
Krisenkommunikation

(FTD)

Krisenkommunikation
der Bahn

(Focus)

Krisenmanagement
bei Projektkrisen

(Spiegel)

Krisenkommunikation
der CDU

(Abendblatt)

Reputations-
management von BP

(Welt)

Krisenkommunikation
zu Griechenland

(Welt)

Krisenkommunikation
im Tourismus

(Tagesspiegel)

Krisenkommunikation
des Papstes

(N24)

Krisenmangement
der CDU

(Bild)

Krisenkommunikation
im Insolvenzfall

(CRN)

Krisenkommunikation
der HSH-Nordbank

(Welt)

Markenkrise
bei Opel

(Welt)

Krisenmanagement
in Unternehmen

(FTD)

Prozessbegleitende
Krisenkommunikation
(Litigation-PR)

(FTD)

Krisenkommunikation
im Internet

(Süddeutsche)

Krisenmanagement
der Bundesregierung

(Spiegel)

Reputationsmanagement
der Deutschen Bank

(Süddeutsche)

Status des
Risikomanagements

(FTD)

Bewältigung von
Produktrückrufen

(FTD)

Reputationsmanagement
von Unternehmen

(FTD)

Krisenprävention von
Unternehmen

(Welt)

Institutsportraits
(Auswahl)

"Krise als Beruf"
(Welt)

"Stell dir vor,
es ist Krise"

(Manager Magazin)

"Virtuelle Sanitäter"
(Welt am Sonntag)

   Deutsch   /  English  Letzte Aktualisierung: Sonntag, 20. Mai 2012